
Welche Chancen haben Medienmarken in der digitalen Welt? Unter dem Titel „Change or die“, sprach Verlagsvorstand Philipp Welte am Dienstag in Hamburg bei der Fachkonferenz des Branchendienstes Kress über die Perspektiven.
Philipp Welte verglich die Digitalisierung mit dem Urknall: Sie habe ein unglaublich schnell wachsendes Universum geschaffen, in dem die Welt der Printmedien nur noch ein Planet sei. „Medienmarken müssen die grenzenlose Chancen nutzen“, erklärte er. In der neuen Welt gelte nicht mehr „Content is King“. König sei nun der Konsument. Hätten früher Chefredakteure über die Themenauswahl entschieden („Push“), stelle sich der Nutzer heute aus einem unendlich großen Medienangebot seinen persönlichen Inhalte-Mix zusammen („Pull“). Diese revolutionäre Veränderung wirke sich auf die Erlössituation aus: Das, was in der Printwelt unter „Vertriebserlösen“ firmiert, könne im Netz nicht erwirtschaftet werden. An Erlöse aus Bezahlmodellen für journalistischen Content glaube er nicht, erklärte Welte, solange man nur einen Klick weiter denselben Content „for free“ finde. Zwar sprudelten Werbeerlöse in der digitalen Welt – aber nach anderen Regeln und zu anderen Preisen.
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