„Burda, der zarteste
Verleger, seit es Magazine gibt“
Helmut Markwort moderierte die Feierstunde kurzweilig. Ließ ein Programmpunkt auf sich warten, erzählte er einen ziemlich komischen Witz. Nach zahlreichen per Video-Botschaft übermittelten Gratulationen entrichtete dann der Burda-Chor eben diese direkt und sogar vierstimmig. Eine Brise Tegernsee zog da durch den Arabellapark – geträllert wurde nämlich in Dirndl-Janker-Lederhosn. Nach dem rustikalen Ohrenschmaus gab’s dann zusätzlich noch was für die Augen oben drauf. Da zeigte sich ein elementarer Teil von Burdas Entertainment-Thinktank: In Leder die Beine, elegant wie sonst keine (blond bis auf eine) heizten die Münchner Chefredakteurinnen den staunenden Angestellten ein – und endeten mit einer Parodie auf Milkas Werbe-Jingle: „Burda, der zarteste Verleger, seit es Magazine gibt“ – Copyright: Dagmar Bily (burda style), Birgitt Micha (MFI), Gaby Miketta (Das Haus), Sabine Nedelchev (Elle), Patricia Riekel (BUNTE), Annette Weber (InStyle) und Ulrike Zeitlinger (freundin).
Hätten die Damen nicht so herausragende Fähigkeiten im Blattmachen, wäre dem singenden Septett eine ruhmreiche Karriere im Musik-Biz gewiss. Textsicher, einfallsreich und überraschend gelang ihnen der Transfer journalistischer Fähigkeiten auf die Show-Bühne. Hunderte Burda-Mitarbeiter können dies bezeugen. Und Ulrike Zeitlinger stellte anschließend sogar eine Fortsetzung der Kreativ-Combo in Aussicht. Wir warten gespannt. Die von Burda gerade als die eigentlichen Helden, als der Reichtum des Hauses bezeichneten Chefredakteure sonnten sich zu Recht im Scheinwerferlicht, in das anschließend Wolfgang Krebs aka Horst Seehofer aka Günther Beckstein aka Edmund Stoiber trat. Nach gesteigerter Heiterkeit ob der politischen Empfehlungen der CSU-Troika richtete Laudator Thomas Gottschalk auch ernst gemeinte Worte an den Saal und Hubert Burda. Dem zollte er höchsten Respekt für dessen Lebensleistung. Und bat ihn dringend, auch künftig den Brückenschlag in einer zunehmend zerklüfteten Gesellschaft zu versuchen. Es solle den Menschen erspart bleiben, im Alter von Kindern ernährt werden zu müssen, die Gemany’s next Topmodel seien oder auch Superstar – oder eben sonst nichts. Alles gaben indes die Herren des Vorstands, die den musikalischen Epilog der Feierstunde beisteuerten. Zylinder tragend und weiß beschalt, mit einer umgetexteten Version von „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“ entzückten sie die Mitarbeiter – besonders die raffinierte Choreografie ließ erahnen, welch großartige Figur die Männer einst in den Tanzschulen von Darmstadt, Hechingen und Neuss, von Korntal und Düsseldorf abgaben.
Zu guter Letzt der Sturm aufs Mittags-Buffet: Würstchen, Salat, Prosecco und: Tannenzäpfle-Bier – ein Indiz für die Heimat des Familienkonzerns, in die Hubert Burda dann aufbrach, um sich dort ebenfalls beglückwünschen zu lassen.




