DLD12: Tag 3
Facebook verleiht Macht
Sheryl Sandberg, COO von Facebook, hielt eine mitreißende Keynote über den Einfluss sozialer Medien auf die Wirtschaft. Sie betonte, dass der Wechsel von anonymen Usern zu realen Personen der Digitalität durch Facebook eingeleitet worden sei, weil Empfehlungen von Freunden so viel nützlicher seien als unpersönliche Informationen Dritter. Jeder habe heute die Macht, ein Sender von Botschaften zu sein, sagte Sandberg mit Blick auf Bewegungen wie den Arabischen Frühling. Die politische Meinungsbildung sei so fundamental verändert worden, die einst Machtlosen hätten an Einfluss gewonnen. Auch in der Wirtschaft profitierten kleine Unternehmen von Facebook – bereits 100 Dollar könnten für eine virale Werbekampagne ausreichen. Sandberg kündigte ein EU-weites Förderprogramm für kleine Unternehmen an. Es habe einen Wert von 100 Million Euro und ermögliche Firmen, auf Facebook um neuen Kunden zu werben. Schulungen und Shows sollen die Kampagne begleiten.
EBay und der Einzelhandel
Mit kleinen Unternehmen und dem klassischen Einzelhandel beschäftigt sich auch Ebay. CEO John Donahoe prognostizierte, dass in zwei Jahren das Bezahlen mit Bargeld überflüssig werde. Stattdessen könne man mit dem Bezahldienst Paypal in einigen Läden in den USA bereits mit seiner Handynummer und einer PIN bezahlen. Ebay würde sich für Einzelhändler und große Ketten immer weiter öffnen, um dabei zu helfen, höhere Gewinne zu erzielen. Donahoe sprach von Multi-Channel- Shopping, bei dem die Ware online ausgesucht und bestellt und im Laden um die Ecke abgeholt werden kann. Der Einsatz mobiler Geräte werde das Shopping Einzelhandel nachhaltig verändern.
Ansichten eines Google-Insiders
Nikesh Arora, Senior Vice President von Google, gab einen spannenden Einblick in die Zukunft des Online-Business . Er erklärte, dass dessen Veränderungen auch traditionelle Wirtschaftsbereiche betreffen würden. Es gebe heute einen fundamentalen Wechsel weg von Informationen, hin zu Personen. Dies bedeute, dass fast jedes Business sein Geschäftsmodell überarbeiten muss. Nutzer würden heute immer stärker in immer mehr digitale Dienste eingebunden und nutzen heute verschiedene Dienste von vielen verschiedenen Firmen, was die einfache Bedienung erschwere. Er nutze dazu verschiedene Geräte, Fernsehen, Computer und mobile Geräte und erwarte, dass er darauf alle digitalen Dienste und Inhalte zugreifen kann. Neue Inhalte, so Arora, würden immer auf der Basis bereits bestehender, erfolgreicher Plattformen entwickelt. Milliarden Nutzer weltweit sind heute online verbunden, Milliarden nutzen mobile Geräte. Das bewirkt, dass Daten nicht mehr lokal, sondern auf Firmenservern, sprich in der „Cloud“, gespeichert werden.
Türkei und die EU
Neben den Entscheidern der führenden Internet-Unternehmen traten auf der DLD auch hochrangige Vertreter von IT-Firmen aus Russland und der Türkei auf. Der türkische Europaminister Egeman Bagis warb für die Aufnahme der Türkei in die EU und bezeichnete sein Land als „zweitgrößten Markt in Europa hinter Deutschland“. Die Wirtschaft wachse, und das Land werde immer offener, so Bagis.
„Be part of it“ heißt es in diesem Jahr bei der internationalen Digitalkonferenz DLD12. DLD hautnah erleben können alle Interessierten per Livestream sowie über die DLD Website. Zusätzlich stehen alle Sessions auf dem DLD YouTube-Kanal zum Abruf zur Verfügung. Im Tumblr Blog werden aktuelle Berichte, Meinungen und Hintergrundinfos gebloggt. Erstmals beantworten ausgewählte Speaker im Anschluss an ihre Vorträge Fragen interessierter Google Hangout User im Videochat DLD auf Google+). Im Angebot außerdem: Die kostenlose DLD Conference App, zum Download unter: iTunes und Android-Store.





