
Im neuesten Boxring des deutschen TV-Talks standen sich bei „Eins gegen Eins“ gestern zwei Gentleman-Rhetoriker gegenüber. Sie schwangen schonungslos, aber respektvoll die Fäuste – verbal: Außenminister Guido Westerwelle (blaue Ecke, blaue Krawatte) und Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart (rote Ecke, rote Krawatte). Ringrichter Claus Strunz, hauptberuflich Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, setzte die Runden-Gongs geschickt, hielt sich zurück, wenn die Fäuste flogen. Die offene Konfrontation war eine Wohltat – beide streitenden Rivalen klammerten nicht, ließen sich ausreden, setzten ihre Schläge überlegt. Offenes Visier, offene Worte. Aber nie unter der Gürtellinie. Von den Massenschlägereien anderer Formate keine Spur. So ein Boxkampf kann doch richtig gesittet über die Bühne gehen.
„Es tut gut und ist sehr positiv, dass wir auch im privaten Fernsehen eine solche politische Sendung haben“, sagte Guido Westerwelle abschließend. Eine Zusammenfassung, der auch die Don Kings hinter den Kulissen beipflichteten, nämlich Peter Limbourg (Senior VP Nachrichten und Information bei ProSiebenSat.1) und Matthias Pfeffer (Geschäftsführer und Chefredakteur FOCUS TV).
FOCUS TV und Sat.1 haben eine Sendung geschaffen, die sich von den übrigen Talk-Runden der Öffentlich-rechtlichen Sender abhebt und ein erfrischendes Konzept zu Grunde legt. Pfeffer befand zufrieden: „Es war eine sehr gelungene Premiere.“ Und Strunz ergänzte: „Wir haben in jeder Minute der Sendung gezeigt, was wir zu leisten im Stande sind.“
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